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Gewaltfrei erziehen – warum Kinder starke Beziehungen brauchen

Kinder haben das Recht, ohne körperliche oder seelische Gewalt aufzuwachsen. Dieses Recht ist in Deutschland gesetzlich verankert und gilt nicht nur in der Familie, sondern auch in Kindertageseinrichtungen. Doch Gewalt bedeutet nicht nur Schlagen oder Bestrafen. Auch Anschreien, Beschämen, Drohen oder ständiges Abwerten können Kinder verletzen und ihre Entwicklung beeinträchtigen.

Eine gewaltfreie Erziehung bedeutet deshalb, Kindern mit Respekt, Wertschätzung und Verständnis zu begegnen. Dabei geht es nicht darum, dass Kinder immer ihren Willen bekommen oder keine Grenzen erfahren. Vielmehr lernen sie, dass Konflikte ruhig, fair und gemeinsam gelöst werden können.

Kinder zeigen durch ihr Verhalten oft, welche Bedürfnisse sie gerade haben. Ein Kind, das
schreit, schlägt oder trotzt, möchte meist nicht absichtlich provozieren, sondern kann seine
Gefühle noch nicht anders ausdrücken. Erwachsene sind deshalb gefragt, hinter das Verhalten zu schauen und sich zu fragen: Was braucht mein Kind gerade? Ebenso wichtig ist der Blick auf die eigenen Gefühle. Eltern erleben im Alltag häufig Stress, Zeitdruck oder Erschöpfung. Wer seine eigenen Grenzen kennt und gut für sich sorgt, kann
auch in schwierigen Situationen ruhiger reagieren. Niemand muss perfekt sein – entscheidend ist die Bereitschaft, nach Konflikten wieder in Verbindung zu gehen und gemeinsam Lösungen zu finden.

Gewaltfreie Kommunikation(1) kann dabei unterstützen. Sie hilft, Beobachtungen von Bewertungen zu unterscheiden, Gefühle und Bedürfnisse wahrzunehmen und klare Bitten statt Vorwürfe oder Drohungen auszusprechen. So fühlen sich Kinder ernst genommen und lernen gleichzeitig Rücksicht, Verantwortung und Empathie.

Kinder entwickeln sich besonders gut, wenn sie sich sicher, angenommen und verstanden fühlen. Eine liebevolle Beziehung, klare Orientierung und gegenseitiger Respekt schaffen die Grundlage dafür, dass Kinder Selbstvertrauen entwickeln und lernen, Konflikte friedlich zu lösen. Gewaltfreie Erziehung ist deshalb kein Zeichen von Nachgiebigkeit, sondern ein wichtiger Beitrag zu einem gesunden und starken Aufwachsen.


Basierend auf dem Fachartikel:
https://www.fruehe-bildung.online/perspektiven/entwicklungen-der-einrichtungen/gewaltfreiheit-in-der-kita, Zugriff: 15.03.19

1 Gewaltfreie Kommunikation (GFK) nach Marshall B. Rosenberg ist ein Kommunikationskonzept, das auf wertschätzendem Austausch basiert. Es folgt den vier Schritten: Beobachtung, Gefühl, Bedürfnis und Bitte, um gegenseitiges Verständnis und konstruktive Lösungen zu fördern.

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